Dienstag, 25. September 2007

Toronto!

Here we go again. Nachdem sich der Besitzer des ungeschützten W-LAN Drahtlosnetzwerkes, das wir bis zu diesem Zeitpunkt immer mitnutzten, dazu entschlossen hatte, seine Konfiguration dergestalt zu ändern, dass für uns ein Einwählen nicht mehr möglich war, mussten wir uns nun eigenes Internet zu einem völlig überteuerten Preis holen. Die Konversation mit den frankophonen Mitarbeitern von Videotron war dann auch dementsprechend lustig und kräftezehrend. Whatsoever, wir haben jetzt endlich wieder Internet und ich stehe somit auch wieder in der "Berichtspflicht".
DAS Highlight des vergangenen Wochenendes war natürlich der von CISA organisierte Toronto-Trip. Fotos findet ihr rechts vom Text. Und Toronto war wirklich auch wie die Fotos: viele Business-Hochhäuser, ein relativ kleines Stadtzentrum im Vergleich zu Montreal, und meinem Empfinden nach auch nicht so heimelig und gemütlich. Ja, ich hatte schon so etwas wie Heimatgefühle, als wir mit dem Bus wieder zurück gefahren sind. Aber fangen wir mal vorne an:

Die Abreise
Am Donnerstag "abend" um 23:50 sollte es los gehen. Wie immer bei relativ großen Gruppen verzögerte sich die Abfahrt. Nachdem nun alles Gepäck verstaut war, jeder seine Nummer, die ihn zum Einsteigen in den Bus berechtigt, vertrauensvoll an einen der beiden CISA-Powerorganisatoren weitergegeben hatte und man endlich auch den Kampf um einen Sitzplatz mit gutem Blick auf die viel zu kleinen DVD-Monitore gewonnen hatte, ging es um 00:25 endlich los. Alle waren eigentlich auch schon ziemlich müde, trotzdem wurde noch ein Film angeschmissen. Nach 2:30 Stunden Fahrt durch Kanadas Niemandsland wurde dann auch der erste, und dringend notwendige, Pinkelstopp eingelegt. Mittlerweile hat sich die Außentemperatur auch schon merklich gesenkt und ein penetrantes Frösteln stellte sich ein. Nach dem unser Busfahrer (der so ziemlichst coolste, den ich je hatte...) endlich auch die (hach Gott, wie witzig... ein Wortwitz...) Klimaanlage ausgeschaltet hatte, konnte man auch endlich in seine Jacken und Schlafsocken gekuschelt schlummern. Richtig schlafen konnte ich nicht. Trotzdem gingen die sechs Stunden (unser Fahrer raste wie eine gesenkte Sau und unterbot damit die angesetzten 7 Stunden Fahrtzeit) im Bus relativ schnell um.

Die Ankunft und das Wunder von Toronto
Gegen 06:30 Uhr waren wir in Toronto. Und --- wow, DAS soll unser Hotel sein? Hehe, JA! Das war unser Hotel: das Delta Chelsea mitten in Downtown Toronto. Der schlimme Part der Anreise sollte eigentlich an dieser Stelle folgen, aber wohl auf Grund chronischer Unterbelegung war es uns möglich direkt nach der Ankunft das Luxushotel belagern zu können. Ursprünglich was es so, dass wir nach unserer Ankunft Freizeit hätten haben sollen (ist das eine korrekte deutsche, grammatische Konstruktion?), und dann erst um 15:30 (das macht ganze 9 Stunden rumlatschen in Toronto!!! Wobei die Geschäfte erst gegen 9 aufmachen...) hätten einchecken können. Wie bereits gesagt, Fortuna war gnädig und ließ uns chronisch übernächtigte, internationale Horde gemütlich in einem Hotelzimmer ein paar Stunden Schlaf nachholen.

Die große Erkundungstour
Also wir wieder aus dem Tiefschlaf erwachten, es war gegen 12 Uhr, zog es mich und meine Zimmergenossen Bohne, Susann und Philip hinaus ins noch unbekannte Toronto. Nach einer planlosen durch-die-Straßen-Schlenderei, dem Stürmen des Bay Kaufhauses, dem demütigen Beäugen des CN-Towers (bis vor kurzer Zeit noch das höchste freistehende Gebäude der Welt, bis Dubai [welche Stadt auch sonst] dem Stolz der Torontoer einen Strich durch die Rechnung machte) und einem leckeren Hotdog haben wir uns der Faulheit ergeben und uns in einen qietschgelben Touribus gesetzt. Es schloss sich eine gelegentlich recht witzige Stadttour an, bei der wir viel von Toronto gesehen und noch mehr über die Stadt, deren ursprünglicher Name York war, erfahren haben. Um uns China Town anzuschauen sind wir dann ausgestiegen und weil uns das alles zu viel war, sind wir am Strand gelandet und haben Leuten beim Kanu fahren zugesehen. Es könnten auch Kajaks gewesen sein... ob meiner fehlenden sportlichen Kompetenz auf diesem Gebiet will ich mich da mal nicht festlegen. Der Tag endete dann mit einem ausgiebigen Hotelpoolbesuch. Eine wahnsinns Aussicht auf die ganze Stadt (der Pool lag im 27. Stock) und ein wohlig warmer Wirlpool erwarteten uns außerdem. Danach fiel ich tot ins Bett, und bin erst wieder am nächsten morgen unsanft vom Handywecker um 7:45 Uhr geweckt wurden. Denn - es ging weiter im Plan.

Die Niagarafälle... ein Alptraum in kommerziell
N.i.a.g.a.r.a.f.ä.l.l.e.... unberührte Natur, wunderschöne Umgebung, Zeit zum Nachdenken und philosophieren. Denkste. Gut, meine Vorstellung von diesem Naturschauspiel mag etwas naiv und romantisch sein, aber was sich da meinen Augen bot war grausam. Ich meine, die Fälle waren ja ganz nett, nur etwas klein für meinen Geschmack. Aber das Touri-Gedöhns drumrum mit Tamtam, Trallalla und Glitzer-Glitzer war echt zu viel. Es war geradezu lächerlich. Naja, ich ergab mich dem Touristendasein und knipste was das Zeug hält. Natürlich haben wir auch eine völlig überteuerte Bootstour direkt an die Fälle gemacht - wenn man schon mal da ist. Mit nassen Schuhen konnten wir dann noch ein bisschen rumlaufen. Wir haben Hamburger bei Wendys gegessen und uns in den Park gelegt. Dann ging es wieder in den Bus zum nächsten Ziel: Niagara-on-the-Lake, ein kleines Kaff circa 30 Minuten von den Fällen entfernt. Dort war Weinprobe angesagt. Also... was die Kanadier hier so alles für Wein halten ist schon ein Ding. Wir probierten (natürlich nach einer ausgiebigen Ausweiskontrolle) einen Weißwein, einen Rotwein und einen der berümt berüchtigten kanadischen Eisweine. Das ganze immer schön im selben Glas, ohne Wasser oder Brot dazwischen. Eine richtige Weinprobe halt... ;o) Die Weine waren wie ich schon sagte "greislig". Es schloss sich eine kleine Führung durch die Weinreben an. Der Winzer hatte wohl nicht viel Bock zu reden und so war es eine recht einsilbige und unspannende Tour. Danach hieß es wieder Schlange stehen für die Mädels denn es gab nur eine einzige Toilette. Die ganz Mutigen unter uns konnten sich auch einen Wein kaufen (Preise ozillierten zwischen 20 und 50 CAD) - ich war aber recht unmutig.
Zurück in Toronto hatten wir dann wieder etwas Freizeit, die ich im Hotelpool und der angeschlossenen Sauna verbrachte. Um 22:30 gings dann ab zum Schwofen in einen Club dessen Name mir jetzt nicht mehr einfallen will. Riesiges Ding mit 3 Floors und einer tollen Dachterasse mit wunderschönen Blick auf die angrenzenden Hochhäuser. Hoch waren die Getränkepreise (Bier für 6 CAD), mäßig war die Musik und strunzedumm waren die Leute da (uns natürlich ausgenommen, nicht jedoch die Türsteher).

Die letzten Stunden in Toronto
Um 9:30 am nächsten Morgen haben wir ausgecheckt und hatten anschließend Freizeit. Wir sind noch mal in Richtung China Town gegangen und danach in den H&M (klar, bloß nichts Unbekanntes bitte). Das gute Ding hatte 3 Stockwerke und war Teil des größsten Einkaufscenters Torontos, des Eaton Centers. Ich habe mir eine klassische Tweedhose gekauft und die Zeit gemütlich bei einem frisch gepressten Orangensaft ausklingen lassen. Bohne entschied sich für einen "Wheatgrass"-Drink. Solltet ihr jemals in Versuchung geraten das zu probieren - tut es nicht. Bohne bereute ihre Wahl bitter - oder in dem Fall knallesüß. Um 15:30 Uhr ging es zurück in den Bus und ab nach "Hause". Mit leerem Portemonnaie aber glücklich und zufrieden schaute ich mir meine geschossenen Fotos an, las noch ein paar Readertexte und war sechs Stunden später endlich wieder in Montreal.

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